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Chefarzt Dr. med. Peter Kuhly im Gespräch  (aktualisiert am 10.10.2022)

Keine Angst vor dem Krankenhausaufenthalt

Nach wie vor besteht bei manchen Patientinnen und Patienten Unsicherheit darüber, ob ein Krankenhausaufenthalt die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus erhöht. Diese Sorge ist verständlich, jedoch unbegründet. Im Gespräch erklärt Dr. med. Peter Kuhly, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin, welche Maßnahmen im St. Marien-Krankenhaus Berlin getroffen wurden, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren.

Herr Dr. Kuhly, Sie sind Vorsitzender der Hygienekommission im St. Marien-Krankenhaus. Welche Maßnahmen wurden zum Schutz der Patientinnen und Patienten getroffen?

In unserem Krankenhaus gab es schon immer strenge Hygienevorschriften, deren Umsetzung und Einhaltung kontrolliert werden und die immer wieder an die neusten Empfehlungen angepasst werden. Das St. Marien-Krankenhaus ist z. B. bereits seit 2013 im Bereich der Händehygiene zertifiziert und erfüllt die entsprechend hohen Standards in der Verhütung von im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Seit Beginn der Pandemie wurden diese Regelungen – den aktuellen Vorgaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) entsprechend – noch einmal verschärft. Sie werden ständig dem aktuellen Pandemiegeschehen angepasst und so besprechen und bewerten auch wir regelmäßig in Sitzungen unseres Pandemiestabes die Schutzmaßnahmen, die für unser Haus gelten. Diese dienen sowohl dem Schutz unserer Patientinnen und Patienten als auch dem Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie sehen diese Maßnahmen konkret aus?

Seit dem 01. April 2022 gilt im St. Marien-Krankenhaus kein generelles Besuchsverbot mehr. Besucher müssen jedoch einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-Schnelltest vorweisen und während des Besuches im Krankenhaus eine FFP-2-Maske korrekt tragen. Es dürfen keine Erkältungssymptome bei den Besuchern vorliegen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können   Besuche nach der 1-1-1 Regel (1 Besucher am Tag- 1 mal täglich – für 1 Stunde) stattfinden.  Ausnahmeregelungen gibt es nach Absprache mit der Station für behandelte Kinder, Schwerstkranke und Sterbende.

Das Personal im patientennahen Bereich aller Stationen, im OP, Notaufnahme und in der Diagnostik trägt eine FFP 2 Maske. Das übrige Personal, z.B. in der Verwaltung trägt eine sogenannte OP-Maske. Das gesamte Personal darf das Krankenhaus nur betreten, wenn sie getestete Personen im Sinne des § 2 Nr. 6 der aktuellen Gesetze und Verordnungen sind. Seit Anfang Januar 2021 wurde unser Personal gegen COVID-19 Erkrankungen geimpft. Die Impfquote beim medizinischen Personal ist hoch und beträgt im ärztlichen Dienst 100% und in der Pflege mehr als 90%.

Viele Menschen fürchten, dass sie sich in einem Krankenhaus bei anderen Patientinnen und Patienten anstecken. Ist das begründet?

Nein. Das Risiko ist gering. Ausnahmslos werden alle Patienten bei der Aufnahme vorsorglich auf eine Coronainfektion getestet. Gemäß den Vorgaben werden Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Corona bzw. mit einer bestätigten Infektion sofort isoliert auf der Station untergebracht und versorgt, so dass diese nicht mit unseren „normalen“ Patientinnen und Patienten aufeinandertreffen. Dennoch kann trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ähnlich wie im Alltag eine Ansteckung nicht völlig ausgeschlossen werden.

Wie sollen sich Menschen mit Symptomen wie Fieber, Schnupfen und Halsweh verhalten?

Jemand, der den Verdacht hat, sich infiziert zu haben, der ggf. Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, sollte sich zunächst telefonisch bei seinem Hausarzt bzw. beim zuständigen Gesundheitsamt über die nächsten Schritte wie z. B. eine Testung informieren. Sollte eine Person, auf die diese Punkte zutreffen, einen Termin in einer unserer Sprechstunden oder für eine geplante Operation haben, bitten wir darum, diesen Termin möglichst abzusagen bzw. zu verschieben.  

Wie sieht es mit Notfällen aus?

Wir sind ein 24-Stunden-Notfallkrankenhaus und behandeln weiterhin Notfälle rund um die Uhr. Wir haben jedoch den Zugang zum Krankenhaus eingeschränkt. Notfallpatienten müssen sich am Eingang der Notaufnahme über eine Gegensprechanlage anmelden und werden von einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin in Empfang genommen. Wir bitten darum, dass Patienten mit akuten Beschwerden, die an Corona erkrankt sind oder den Verdacht haben, an Corona erkrankt zu sein, weil sie Symptome haben, Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hatten oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, uns dies bereits während des Kontaktes mitteilen. Dann können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich und andere Patientinnen und Patienten entsprechend schützen. Notfallpatienten die über den Rettungsdienst kommen werden bei Verdacht entsprechend geschützt versorgt und erst einmal isoliert untergebracht.  

Ist es sinnvoll, Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte aufgrund der Pandemie zu verschieben?

Nein, das ist nicht sinnvoll und kann sogar gefährlich sein. Ich möchte vor allem Patientinnen und Patienten mit akuten Beschwerden eindringlich bitten, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen, aber auch die Behandlung chronischer Erkrankungen sollte unbedingt fortgeführt bzw. Vor- und Nachsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Gerade jetzt ist es wichtig, sich um seine Gesundheit zu kümmern. Wir hier im Krankenhaus sind uns unserer Verantwortung bewusst, d.h. die Einhaltung strenger Hygienevorschriften ist bei uns zu jeder Zeit ein wichtiges Thema und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entsprechend ausgebildet und sensibilisiert.

Der beste Schutz vor einer schweren COVID-19 Erkrankung ist eine vollständige Impfung. An dieser Stelle rufe ich alle auf, sich impfen zu lassen, die noch nicht geimpft sind, zum eigenen Schutz und vor allem auch zum Schutz von Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder bei hohem Alter oder Immunschwäche trotz Impfung gefährdet bleiben.

Doktor Kuhly, Chefarzt der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin und Ärztlicher Direktor im Sankt Marien-Krankenhaus Berlin

Kontakt

Ärztlicher Direktor,
Chefarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin

Dr. med. Peter Kuhly

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Telefon 030 / 767 83 - 351 | Fax - 547

anaesthesie[at]marienkrankenhaus-berlin.de

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