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Chefarzt Dr. med. Peter Kuhly im Gespräch  (aktualisiert am 09.09.2021)

Keine Angst vor dem Krankenhausaufenthalt

Nach wie vor besteht bei manchen Patientinnen und Patienten Unsicherheit darüber, ob ein Krankenhausaufenthalt die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus erhöht. Diese Sorge ist verständlich, jedoch unbegründet. Im Gespräch erklärt Dr. med. Peter Kuhly, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin, welche Maßnahmen im St. Marien-Krankenhaus Berlin getroffen wurden, um das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren.

Herr Dr. Kuhly, Sie sind Vorsitzender der Hygienekommission im St. Marien-Krankenhaus. Welche Maßnahmen wurden zum Schutz der Patientinnen und Patienten getroffen?

In unserem Krankenhaus gab es schon immer strenge Hygienevorschriften, deren Umsetzung und Einhaltung kontrolliert werden und die immer wieder an die neusten Empfehlungen angepasst werden. Das St. Marien-Krankenhaus ist z. B. bereits seit 2013 im Bereich der Händehygiene zertifiziert und erfüllt die entsprechend hohen Standards. Seit Beginn der Pandemie wurden diese Regelungen – den aktuellen Vorgaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) entsprechend – noch einmal verschärft. Sie werden regelmäßig dem aktuellen Pandemiegeschehen angepasst und so besprechen und bewerten auch wir regelmäßig in Sitzungen unseres Pandemiestabes die Schutzmaßnahmen, die für unser Haus gelten. Diese dienen sowohl dem Schutz unserer Patientinnen und Patienten als auch dem Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie sehen diese Maßnahmen konkret aus?

Im gesamten Haus besteht die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen und natürlich sind alle Personen dazu angehalten, den Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Metern einzuhalten. Personal im patientennahen Bereich der Notaufnahme , Intensivstation und Corona-Station trägt eine FFP 2 oder FFP 3 Maske. Das übrige Personal trägt eine sog. OP-Maske. Dem gesamten Personal wird ermöglicht sich täglich auf eine Corona-Infektion testen zu lassen. Seit Anfang Januar 2021 wurde unser Personal gegen COVID-19 Erkrankungen geimpft. Die Impfquote beim medizinischen Personal ist hoch und beträgt im ärztlichen Dienst 100% und in der Pflege mehr als 90% .

Darüber hinaus achten wir darauf, dass wir die Patientenzimmer – so dies möglich ist – nicht voll belegen. Wir trennen zwischen einem COVID-Bereich, einem Verdacht-Bereich und einem COVID-freien Bereich, so dass ein Zusammentreffen der verschiedenen Patienten verhindert wird. Zusätzlich wurden auch unsere speziell geschulten Reinigungskräfte noch einmal für die neuen Herausforderungen der Pandemie sensibilisiert.

Viele Menschen fürchten, dass sie sich in einem Krankenhaus bei anderen Patientinnen und Patienten anstecken. Ist das begründet?

Nein. Das Risiko ist sehr gering. Ausnahmslos werden alle Patienten bei der Aufnahme vorsorglich auf eine Coronainfektion getestet. Gemäß den Vorgaben werden Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Corona bzw. mit einer bestätigten Infektion isoliert auf einer separaten Station untergebracht und versorgt, so dass diese nicht mit unseren „normalen“ Patientinnen und Patienten aufeinandertreffen. Auch Patientinnen und Patienten mit einer anderen Atemwegsinfektion werden auf einer speziellen Station versorgt.

Wie sollen sich Menschen mit Symptomen wie Fieber, Schnupfen und Halsweh verhalten?

Jemand, der den Verdacht hat, sich infiziert zu haben, der ggf. Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, sollte sich zunächst telefonisch bei seinem Hausarzt bzw. beim zuständigen Gesundheitsamt über die nächsten Schritte wie z. B. eine Testung informieren. Sollte eine Person, auf die diese Punkte zutreffen, einen Termin in einer unserer Sprechstunden oder für eine geplante Operation haben, bitten wir darum, diesen Termin möglichst abzusagen bzw. zu verschieben.
 

Wie sieht es mit Notfällen aus?

Wir sind ein 24-Stunden-Notfallkrankenhaus und behandeln weiterhin Notfälle rund um die Uhr. Wir haben jedoch den Zugang zum Krankenhaus eingeschränkt. Notfallpatienten müssen sich am Eingang der Notaufnahme telefonisch mittels Handy oder dem bereitgestellten Telefon anmelden und werden von einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin abgeholt. Wir bitten darum, dass Patienten mit akuten Beschwerden, die an Corona erkrankt sind oder den Verdacht haben, an Corona erkrankt zu sein, weil sie Symptome haben, Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hatten oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, uns dies bereits während des Telefonats mitteilen. Dann können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich und andere Patientinnen und Patienten entsprechend schützen. Notfallpatienten die über den Rettungsdienst kommen werden bei Verdacht entsprechend geschützt versorgt und erst einmal isoliert untergebracht.
 

Inwiefern wurden die Besuchsregelungen an die Situation angepasst?

Als weiteren Schutzbaustein haben wir die Zugänge von außen in unser Krankenhaus weiterhin eingeschränkt. Derzeit sind Patientenbesuche auf einmal am Tag für eine Stunde begrenzt. Ausnahmen gelten bei Schwerstkranken, Sterbenden und Kindern unter 16 Jahren. Diese Ausnahmen sind im Vorfeld mit der jeweiligen Station zu besprechen. Die Besucher müssen ihre Kontaktdaten an der Rezeption hinterlegen, im gesamten Krankenhaus eine FFP2-Maske tragen und sich an die Abstandsregeln halten. Außerdem müssen Besucher entweder den Nachweis über einen tagesaktuellen Negativtest vorlegen oder nachweisen, dass Sie vollständig geimpft bzw. genesen oder genesen und geimpft sind. (Anm. der Redaktion: Informationen dazu finden Sie hier)

Besucher mit akuten Atemwegserkrankungen, Erkältungssymptomen oder Infektionen  dürfen zum Schutz aller das Haus nicht betreten. So werden Kontaktsituationen reduziert und sind im Infektionsfall auch besser nachvollziehbar.

Ist es sinnvoll, Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte aufgrund der Pandemie zu verschieben?

Nein, das ist nicht sinnvoll und kann sogar gefährlich sein. Ich möchte vor allem Patientinnen und Patienten mit akuten Beschwerden eindringlich bitten, ein Krankenhaus aufzusuchen, aber auch die Behandlung chronischer Erkrankungen sollte unbedingt fortgeführt bzw. Vor- und Nachsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Gerade jetzt ist es wichtig, sich um seine Gesundheit zu kümmern. Wir hier im Krankenhaus sind uns unserer Verantwortung bewusst: Die Einhaltung strenger Hygienevorschriften ist bei uns zu jeder Zeit ein wichtiges Thema und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entsprechend ausgebildet und sensibilisiert.

Der beste Schutz vor einer schweren COVID-19 Erkrankung ist eine vollständige Impfung. An dieser Stelle rufe ich Alle auf, sich impfen zu lassen, die noch nicht geimpft sind, zum eigenen Schutz und vor allem auch zum Schutz von Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder bei hohem Alter oder Immunschwäche trotz Impfung gefährdet bleiben.

Doktor Kuhly, Chefarzt der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin und Ärztlicher Direktor im Sankt Marien-Krankenhaus Berlin

Kontakt

Ärztlicher Direktor,
Chefarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin

Dr. med. Peter Kuhly

Sekretariat
Ulrike Horenburg

Telefon 030 / 767 83 - 351 | Fax - 547

anaesthesie[at]marienkrankenhaus-berlin.de

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